Der Tiger ist ein Loewe!

Januar 9th, 2007 von Stefan Gassner

Singapore gehoert ja zu den “Tiger-Staaten”. Wie ich hier allerdings feststellen musste, heisst “Singapore” nichts anderes als Loewen-Stadt. Toll, darum ist der Merlion auch das Wahrzeichen. Wer kann hier denn die Tiere nicht unterscheiden?!
Heute war tropischer Regen angesagt. Das verhinderte, dass ich zur National University of Singapore (NUS) vordringen konnte. Zwar bin ich dort hin gefahren, aber der Regen war so fest, dass ich wieder umgedreht bin. Egal, dann weiß ich schon nicht, was ich verpasst habe.
Zuvor schaute ich mir dann endlich die Haupt-Einkaufsstraße Orchard Road an. Ganz witzig: In den Malls scheint es das schlimmste zu sein, wenn Nässe von Draußen nach Drinnen kommt. Somit gibt es extra vor jeder Tür eine Plastiktüte, die man bitte über den nassen Schirm ziehen soll. An einer Tür gab’s sogar Ventilatoren auf dem Boden, die die Schuhe trocknen sollten. Zusätzlich sieht man jede Menge Menschen mit Mob, die den Boden wieder trocken machen.
Noch so ein Phaenomen, dass ich nur hier erlebt habe: Wenn man von Drinnen nach Draussen kommt, beschlaegt die Brille. Nicht andersrum wie daheim. Sehr komisch. Liegt eben an der schwuelen Luft hier und der Air-Conditioning, die immer volle Pulle laueft (und teilweise sogar die Gehwege kuehlt). Das fuehrt uebrigens auch dazu, dass man den Pulli anzieht, wenn man in das Zimmer kommt und ihn auszieht, wenn man es wieder verlaesst…

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Bin ich im Paradies, oder was?

Januar 8th, 2007 von Stefan Gassner

Heute wurde ich zum zweiten Mal gefragt, ob ich Australier wäre. Das nächste Mal lasse ich mich dann einbürgern!
Heute stand ein Besuch von Sentosa Island auf dem Plan. Da ist eine der Hauptinsel vorgelagerte Vergnügungs-Insel. Im Reiseführer stand, dass man dort besser nicht am Wochenende hin sollte, weil sonst viel zu viel los sei. Heute war das Gegenteil: Erst gegen Mittag war das Island bevölkert. Zunächst ging es durch die verschiedenen Teile der Insel. Unter anderem war auch ein Nature Walk dabei. Dahinter verbarg sich ein wirklicher Urwald, zusammen mit den dort normalerweise lebenden Tieren. Super beruhigend für mich, da ich am Wegrand immer die Beschreibungen der verschiedenen Schlangen-Arten lesen musste, die hier umherkrochen. Wohlgemerkt nicht im Käfig, sondern frei im Wald. Ich traute mich nicht nach links oder rechts zu schauen, sondern immer nur auf den Boden…
Doch die Mühe lohnte sich. Ich lebe noch und auf der anderen Seite lag der Strand von Siloso. „Traumhaft“ kann ich dazu nur sagen: Palmen, feiner Sand und perfektes Wetter. Dort traf ich dann noch jemanden, der mir anbot ein Foto von mir zu machen - im Gespräch fragte er dann woher ich sei. Tja, der Rest ging dann auf deutsch weiter. Er kam aus Karlsruhe… kleine Welt.
Mit den Cable Cars ging’s hinauf zum Mount Faber. Auf der Fahrt (in Schweizer Gondeln) hatte man einen hervorragenden Blick auf den neuen Hafen. Dank Globalisierung ein florierendes Unternehmen. Essen gab’s in der Mall: Sweet&Sour Pork RibsRice. Das war das mit Abstand Beste, was ich hier bisher gegessen habe! Abends gab’s dann um die Ecke noch ein Chicken Briyani.

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The Fine City

Januar 7th, 2007 von Stefan Gassner

Heute stand Chinatown auf dem Programm. Auch hier hielt ich mich wieder an meinen Reiseführer und wurde erneut angenehm von den vielen Gesichtern Singapores überrascht. Verwunderlich finde ich es, dass, obwohl nur ein Prozent der Bevölkerung europäischer Abstammung ist, sich die westliche bzw. englische Kultur so gehalten hat im modernen Singapore. Jedenfalls bin ich froh, dass das auf das Essen nicht zutrifft und so aß ich heute ein bee hoon goreng. Was, anders als es der Name vielleicht verraten ließe, weder Bienen noch Huhn enthielt, sondern lediglich vegetarische Zutaten. Sehr lecker.
Was mir so auffiel in den vergangenen Tagen ist, dass es hier jede Menge deutsche Produkte gibt. In der U-Bahn habe ich gestern einen Einheimischen mit einem T-Shirt der WM 2006 gesehen. Vor der Marina Square Mall tauchte plötzlich ein Paulaner-Schild mit zugehörigem Restaurant auf. Und die Butter beim Frühstück kommt aus Niedersachsen. Im Supermarkt sah ich Kaubonbons aus Deutschland - der Hersteller machte sich nicht mal die Mühe, eine andere als die deutsche Verpackung drum zu machen. Ach ja, wo wir bei kauen sind: Ich habe mal auf die Strafen für weitere Vergehen geachtet. Mit dem Fahrrad fahren, wo man schieben muss: 25 Euro. Essen oder Trinken in der U-Bahn: 250 Euro. Rauchen in der U-Bahn: 500 €. Irgendwie scheint mir die Strafe für hupen noch höher zu sein. Jedenfalls habe ich noch nie ein Auto gesehen bzw. gehört, das hupte. Wenn ich es mir recht überlege, gibt es nicht einmal Polizei Autos oder Feuerwehrautos, die Töne von sich geben. Sehr angenehm im Vergleich zum Lärm in New York, der dadurch entsteht.
Nach drei Stunden Sightseeing (Bilder finden sich wieder in der Gallery) reichte es mir. Das Wetter war heute wirklich fast nicht auszuhalten. So beschloss ich zurück ins Hotel zu fahren und den Nachmittag am Pool zu verbringen. Ja, langsam beginne ich den Trip zu genießen.
Abends dachte ich mir, dass ich noch schnell ins Internet gehen könnte. Gleichzeitig wollte ich dann noch eine Telefonkarte kaufen, um mich zu Hause mal zu melden. Beides klappte nicht wirklich. Nach der Telefonkarte fragend, schauten mich die Leute an, als ob ich aus der Steinzeit käme. Internet gibt’s in ganz Singapore über Wireless. Allerdings nur für Einwohner kostenlos - alle anderen bezahlen für 100 Minuten 15 Euro. Das war mir dann zu teuer. So setzte ich mich, nachdem das herauszufinden geschlagene 2 Stunden dauerte, in den New York Diner in der Raffels City Mall - ich brauchte erstmal eine kräftige Stärkung. Danach entschied ich mich für das Internet Café im Hotel. Mensch, wenn ich doch nur gleich auf diese Idee gekommen wäre.

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Linksverkehr auf der Rolltreppe

Januar 6th, 2007 von Stefan Gassner

Eines steht fest: Die Einwohner von Singapore sind verrückt nach Autos. Viele scheinen dafür auch das notwendige Kleingeld zu haben. Hier sieht man wirklich alle möglichen Nobelmarken. Komisch finde ich, dass die Autos immer wie gerade frisch gewaschen aussehen. Bin mir nicht sicher, ob sie so oft geputzt werden, oder ob sie hier einfach nicht schmutzig werden. Wer weiß, ist ja alles bissle anders hier am Äquator.
Am Morgen des zweiten Tages bin ich schon um fünf Uhr aufgewacht - so ganz habe ich die Zeitumstellung noch nicht verkraftet. Jedenfalls habe ich die Zeit genutzt, um mich mit meinem Polyglott Reisebegleiter bekannt zu machen. Dort suchte ich mir gleich eine Tour aus und beschloss, dass dies mein Tagesprogramm sein sollte. Nach einer sehr guten Stärkung beim Frühstück (wo es das Beste aus den verschiedenen Frühstückskulturen der Welt gab) machte ich mich mit der MRT (U-Bahn) auf den Weg zu Raffles’s Place und begann den empfohlenen Spaziergang, der sieben Stunden dauern sollte. Die Bilder hiervon finden sich in der Gallery.
Ein paar Dinge, so musste ich feststellen, kann man jedoch schon relativ früh über diese Stadt sagen: Shopping und Essen werden hier ganz groß geschrieben. Es scheint fast, als ob es keine anderen Dinge hier geben würde. Die unzähligen, ewig großen Shopping-Malls stehen denen in den USA in nichts nach, nur dass die Dichte solcher Malls hier eindeutig höher ist. Die Preise sind auf europäischem Niveau. Es gibt sogar eine eigene digital-life Mall - dort waren nur elektronische Artikel zu kaufen. Natuerlich sind die groessten Malls unterirdisch miteinander - mit einer weiteren Mall, die fast die ganze Innenstadt untergraebt!
Als ich mich auf diese Reise vorbereitet hatte, habe ich mit David gesprochen, der letztes Jahr mal hier war. Ich fragte ihn unter anderem, wo man denn gut Essen kann. Da lachte er mich aus und zweifelte an meinem Verstand. Nun weiß ich warum: Wenn es etwas wirklich überall gibt, dann ist es Essen. Und das in allen Varianten - in großen Mengen und zu kleinen Preisen. Das wahrste Schlaraffenland.
Befürchtungen hatte ich ja, was das Wetter betraf. Die Luftfeuchte ist echt hoch hier, mittags regnets etwas, was sie dann noch weiter nach oben treibt. In den Gebäuden ist überall klimatisiert, so kann man sich dort immer gut erholen. An warmen Sommertagen ist das Wetter in New York aber ähnlich und mit viel trinken bin ich gut zu recht gekommen. Kann mir aber schon vorstellen, dass dies nicht jedermanns Sache ist.
An den Linksverkehr muss ich mich wohl langsam gewöhnen. Sieht schon komisch aus, besonders, wenn die Kleinlaster an den Kreuzungen einen U-Turn machen. Übrigens hat der Linksverkehr natürlich auch Auswirkungen auf das Rolltreppen-Fahren. Ganz wichtig: Links stehen, rechts gehen. Auf dem Gehweg kommt es übrigens auch immer wieder zu Missverständnissen zwischen den vielen Touristen und Einheimischen.
Am Abend ging es dann wieder Richtung Chinatown zum Essen. Dieses Mal war es ein shredded chicken hor fun - sehr lecker. Noch schnell ne Cola gekauft und dann mit Stativ und Kamera bewaffnet hin zum Fullterton Hotel und Marina Bay. Wunderschöne Nachtaufnahmen entstanden. Einen ersten Eindruck gibt’s in der Gallery.

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Ein Gutes Neues Jahr!

Januar 5th, 2007 von Stefan Gassner

Durch die Zeitverschiebung (+7 Stunden) wurde mir der erste Tag quasi geraubt. Nach einer sehr beeindruckenden Ankunft am Changi-Flughafen fuhr ich mit dem Taxi (die sind relativ günstig) zum New Park Hotel. Dieses wurde mir vom Reisebüro empfohlen - und das wirklich zu Recht. Mitten in Little India gelegen, machte es von der ersten Minute an einen guten Eindruck. Nach ein bisschen Erholung vom Flug machte ich mich zu Fuß auf den Weg zum Tekka Hawker Center. Dort genoss ich erst mal ein hainanese chicken rice und ein Bier. Auf dem Weg fielen mir die vielen kleinen Shops an der Straße auf. Nichts, das man nicht kaufen kann: Von der Jeans für 4 Euro bis zur Sony-Digicam - für jeden Geldbeutel etwas.
Sehr positiv: Obwohl man quasi durch jeden Laden laufen muss (weil diese den Gehweg auch noch mitbenutzen) sind die Händler gar nicht aufdringlich. Beim Essen hat mir die Frau, die den Tisch abwischte, auch gleich noch ein Gutes Neues Jahr gewünscht - mit Handschlag. Sehr gastfreundlich sind hier alle. Nicht schlecht, denn schließlich kommt man sich schon bissle komisch vor, so ganz alleine unter lauter Asiaten: 80% der Bevölkerung Singapores sind Chinesen, der Rest Inder und wenige Europäer. Übrigens sieht man wieder mal, dass Verbote nicht unbedingt Probleme beheben. Trotz 500 Euro Strafe für das Besitzen von Kaugummis kleben welche auf der Straße (sind aber wirklich eine Ausnahme. Ich habe selten eine so saubere Stadt gesehen). Den Abend schloss ich mit einem „Singapore Sling“ in der Hotel Bar - zum schönen Gedudel einer chinesischen Band, die Abba und Roxette Hits zum Besten gaben.

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Ab geht die Post!

Januar 4th, 2007 von Stefan Gassner

Da ist er also, der 4. Januar 2007. Mensch, nun ging’s doch noch schneller als gedacht. Meine Eltern und mein Bruder sollten mich nach Frankfurt zum Flughafen bringen. Wir wollten den Tag nochmals zusammen im engen Familienkreis genießen. Darum ging’s gleich um elf Uhr los, obwohl der Flug ja erst um halb zwölf Uhr nachts starten würde. Gegen halb drei trafen wir am Rhein-Main Airport ein. Nach einem vergeblichen Eincheck-Versuch (nicht 16 Uhr, sondern 19 Uhr war als früheste Eincheck-Zeit korrekt), fuhren wir mit der SkyLine ins Terminal 1 um uns zu stärken. Nach einem Starbuck’s Coffee ging’s wieder zurück zum Check-In. Dieses Mal klappte alles - selbst mein Koffer, der rund 5 kg Übergewicht hatte, durfte ohne Probleme mit an Bord der Qantas 747-400. Zittern musste ich aber bis zum letzten Augenblick wegen meines Handgepäcks - war dieses doch glatt doppelt so schwer, wie es sein durfte. Doch auch das kein Problem. Ebenso wenig die unzähligen Sicherheitschecks nach dem so schmerzhaften Abschied.
Der Flug an sich war ruhig. Zunächst über Ex-Jugoslawien, dann Türkei, Iran, Pakistan und Indien hin nach Sinapore. Ich konnte glatt die Hälfte der elf Flugstunden schlafen - somit habe ich davon echt fast nichts mitbekommen. Nicht mal, dass das angeblich beste OnBoard Entertainment-System der Welt nicht funktionierte. Das Cock-au-Vin war fabelhaft, das Continental-Breakfast auch. Beinfreiheit hatte ich durch meinen Platz am Notausgang auch, wenn ich auch die Tür direkt vor mir hatte (und die darin enthaltene Rutsche-Box ragt in den Passagierraum, was Platz für die Beine wegnimmt).

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