Februar 14th, 2007 von
Stefan Gassner
“Since you are seated next to an emergency exit, would you be HAPPY to help the crew in the UNLIKELY event of an emergency”? Oh Mann! Englisch kann so schön euphemistisch sein. Jedenfalls garantiert dieser Satz jede Menge Beinfreiheit, auch auf einem Beoing 737-700 Flug von Cairns nach Sydeny, der mit einem wunderschönen Anflug über das spät-abendliche Sydney endete. Danach sich dann nur noch zweieinhalb Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln rumärgern, und schon ist man total erschöpft “daheim” angekommen.
Der Tag hatte, als einer der wenigen in den letzten Wochen, mit Ausschlafen begonnen. Und da meine Ohren nicht besser geworden waren, konnte ich sogar, vom Lärm im Hostel ungestört, schlafen (weil ich so gut wie nichts gehört habe). Jedenfalls machte ich mich pünktlich zur Check-out Zeit Richtung Stadt auf. Wie gesagt, viel zu sehen gibt es da ja nicht, darum bin ich dann gleich mal zum “Big Apple Café” und hab ein “Aussi-Brekkie” zu mir genommen: Scrambled Eggs, Ham, Toast, Tomato, Mushrooms. Mensch, war das gut - und hat gleichzeitig noch als Mittagessen gereicht
Danach habe ich beschlossen, dass es kein Zustand sein kann, wenn man nicht schmerzfrei kauen kann und auf einem Ohr nur die Hälfte, dafür auf dem anderen Ohr aber gar nichts hören kann. Somit machte ich mich zum Medical Centre auf. Das liegt sinnigerweise im Einkaufszentrum. “Wie keine Versichertenkarte? Achso, dann zahlen Sie privat? Gut, warten Sie einfach 30 Minuten” (die Anderen wurden bis morgen nach Hause geschickt). Die Untersuchung kostete rund 30 Euro, was nicht wirklich viel ist. Nach einer gründlichen Ohrenspülung und der Feststellung, dass ich mir wohl ein “tropisches Ohr” geholt habe und mich somit für Antibiotika qualifiziert habe, war die Sache innerhalb 45 Minuten gegessen: Ich höre nun so gut, wie niemals zu vor (mein ich zumindest. Aber Vorsicht: Ich hör auch weiterhin nur das, was ich will
).
Danach konnte ich ungestört ein weiteres Mal auf Suche nach einer Caffeteria gehen. Und tatsächlich, in einem Hauswarenladen habe ich auch endlich eine mit 3 Tassen Füllmenge gefunden. Juhuu, morgen gibt’s meinen ersten, eigenen Down-Under-Expresso.
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Februar 10th, 2007 von
Stefan Gassner
Heute war echt was geboten: Acht Uhr aufstehen, dann Fruehstueck (Englischer Art natuerlich - aber ohne Bohnen, die kann ich einfach nicht runterbekommen morgens). Um neun traf ich mich dann mit den Leuten vom gestrigen Bus zum Sea Kayaking. Also Paddelbootfahrt auf dem Meer. Ging ‘ne Stunde - da auch hier wieder Jelly-Fish-Gefahr bestand (darueber hinaus sind hier auch Krokodile und Haie auf der Tagesordnung angesagt), natuerlich alles wieder in den koerper-anliegenden Stinger-Suits. Sehr sexy…
Mit Steven, der aus England kommt, und im gleichen Zimmer schlief, verabredete ich mich danach auf ein Schnorchel-Trip. Mit dem Bus ging’s auf die andere Seite der Insel zur Florence Bay wo’s auch tatsaechlich ein Reef gab (inklusive eine Stunde Bush-Walk zur Bay, doch leider habe ich keine Koalas gesehen, obwohl man sie dort wohl oft antreffen kann). Man konnte zwar nicht allzuviel sehen, da das Wasser vom Regen noch sehr truebe war, aber immerhin beim Tauchen ging’s ganz gut. Mit uns waren noch Lars und Ingewil aus Norwegen sowie Nic aus GB. Die beiden Norweger werden interessanterweise auch an der Macquarie University in Sydney studieren. Cool, treff ich die ersten Leute hier oben. Jedoch machen die lediglich ein Study Abroard fuer sechs Monate. Und das heisst wohl zwei Tage Uni und fuenf Tage Party pro Woche. Zu beneiden….
Die drei fuhren dann mit dem Bus heim. Mit Steven bin ich noch zum Wasserfall bei Arcadia gelaufen. War aber ziemlich klein und mit Leuten ueberfuellt, so dass wir schnell den Heimweg zu Fuss angetreten haben. Abends dann noch die ueblichen paar Bier in der Base-Bar.
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Februar 9th, 2007 von
Stefan Gassner
Das Wetter hier ist ja schon gewoehnungsbeduerftig. Gestern noch stroemender Regen und der Abbruch des Segeltrips, heute strahlender Sonnenschein und rund 30 Grad. Mit dem Bus ging’s in aller Frueh weiter von Airlie Beach nach Townsville. War bissle schwierig fuer mich, nach gerade drei Stunden Schlaf (ich hatte noch Wein vom Segeln ueber und Leute aus Brisbane, Fiona und Jule, getroffen - und in Airlie kann man schon echt Party machen…). Auf einem Berg haben wir dann die ersten Blicke nach Magnetic Island gewagt, wo wir dann auch mit der Faehre hingefahren sind und ich bis Sonntag bleiben werde.
Im Bus war heute nur eine kleine Gruppe: Barbara und Stephanie (beide Schweiz), Diviesh (UK) und Pierre (Quebek), die wir in Harvey Bay eigentlich schon haetten mit nach Kroombit nehmen sollen, das irgendwie aber nicht geklappt hatte (die musste dann ‘nen Greyhound Bus nach Rockhampton nehmen, wo wir sie am naechsten Tag aufgelesen haben). Dann noch Norelle (UK), Meike (D) und ich. Diesel, die Busfahrerin ist ziemlich cool drauf und hat uns einiges gezeigt.
Das XBase Backpacker’s ist der Hammer. Direkt am Meer gelegen. Das ist wohl das beste Backpacker’s der Ostkueste. Gut, dass ich mich hier fuer einen extra Tag entschieden habe und nicht fuer Airlie. Das Wetter hat ja mitgespielt, und so konnte ich auch den Pool schon ausprobieren. Ansonsten haeng ich hier mit der kleinen Gruppe zusammen, ist echt cool.
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Februar 8th, 2007 von
Stefan Gassner
Na, da ist er ja! Ich habe ihn gefunden, gleich auf den Whitsundays: Nemo, den Clown-Fish. Das ist gluecklicherweise was geworden - im Gegensatz zu den anderen Unterwasserbildern, die ich gemacht habe. Und im Gegensatz zum Rest des Segeltrips.
Gestern Morgen sah alles noch gut aus. Um halb zehn ging’s mit dem Trimaran “Avatar” los Richtung den Whitsunday Islands. Wetter war sehr schlecht - zumindest hat es in Stroemen geregnet, doch mit Regencapes war das ein kleineres Problem und der Wind war ok, so konnten wir sogar segeln. Das war brutal cool. Gluecklicherweise bin ich nicht seekrank geworden. Und so konnten wir mittags ohne Probleme zum Schnorcheln. Mit Essen wurden wir rund um die Uhr versorgt. Die Crew um Skipper Tristan war super drauf, mit den anderen Reisenden habe ich mich bestens verstanden. Abends haben wir dann in einer Bucht Anker geworfen und ‘nen angenehmen Abend auf dem Schiff verbracht. Auch das Schlafen war kein Problem - auch wenn die Lucke ueber meinem Bett nicht dicht war und getropft hat.
Heute morgen dann die Enttauschung: Wegen eines aufziehenden Sturms muessen wir zurueck nach Airlie Beach. Und zwar heute schon, statt morgen. Prima! Schlechtes Wetter, fast nichts gesehen beim Schnorcheln, und gerade die Haelfte des Geldes wieder zurueck bekommen. Auch aus meinem Tauchgang wurde nichts. Too bad. Immerhin Nemo gefunden. Na immerhin…
Hoffentlich komm’ ich hier morgen wirklich weiter nach Magnetic Island. Doch mal sehen, ob die Strassen das zulassen - immer noch alles ueberflutet. Der Trip wird langsam wirklich zum Abenteuer.
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Februar 6th, 2007 von
Stefan Gassner
Da das Busfahren an sich ja eigentlich nicht so spannend ist, hier wieder ein Eintrag fuer zwei Tage. Jedenfalls war gestern elf Stunden Busfahrt angesagt, von Kroombit nach Airlie Beach. Unglaubliche Strecken sind das auf dem Bruce Highway. Nur jede Stunde eine Tankstelle, zwischendrin rein gar nichts. Mittags habe ich den wohl groessten Burger meines Lebens an einer solchen Raststaette gegessen. Vorbei an den ueberfluteten Feldern des mittleren Queensland.
In Rockhampton war dann ein Foto am Tropic of Capricorn angesagt. An diesem Punkt steht die Sonne am suedlichsten im Zenit (am 22. Dezember, wenn bei uns Winteranfang ist). Also befand ich mich direkt am suedlichen Wendekreis, soll heissen, dass ich ab sofort in den Tropen unterwegs bin (Nachhilfe zu diesem Thema).
Abends in Airlie Beach angekommen, haben sich die Dinge mal wieder vom Plan abgewendet. Das Segelschiff “Freight Train”, an dessen Bord ich eigentlich am Dienstag gehen sollte, wird nicht ablegen, da nur vier Leute den Weg nach Airlie Beach durch die Fluten gekommen sind. Somit kann ich aber am Mittwoch auf den Trimaran “Avatar”. Auch drei Tage und zwei Naechte - direkt vorbei an den Whitsundays Islands ueber dem Great Barrier Reef. Mit Schnorcheln und Tauchen. Das soll das Highlight des Trips werden - also warte ich darauf auch gerne noch einen weiteren Tag. Entsprechend gibt’s den naechsten Blog Eintrag erst wieder am Wochenende. |

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Februar 4th, 2007 von
Stefan Gassner
Tatsaechlich: Der Regen im Norden hat aufgehoert und so kann der Bus heute fahren. Da relativ Viele gestern nicht weggekommen sind, gab’s nen grossen Bus. Sehr bequem, da der nicht voll war. So hatte ich zwei Sitze. Dann neun Stunden Fahrt bis Kroombit. Das ist eine, etwa 120km von der Kueste entfernte, grosse Farm mit rund 1000 Kuehen und Bullen - alles auf einem riesen Terrain verteilt. Richtige Cowboy Romantik.
Kaum angekommen und Mittag gegessen, ging eine Gruppe los, die sich zum Goat Muster angemeldet hatte. Mit Pferden fingen sie die Ziegen ein und trieben sie in einen eingezaeunten Bereich. Da ich mir das gespart hatte, ging’s fuer uns andere schon mal zum Tontaubenschiessen. Da hab ich immerhin eine von fuenf getroffen. Im Anschluss dann Goat Rodeo. In Dreier-Gruppen ging’s zu den eingefangenen Ziegen. Einer musste dann eine Ziege einfangen, der Zweite sie melken und der Dritte die Milch trinken (Ich hab getrunken). Riesen Spass!
Nach dem Abendessen noch Mechanical Bull-Riding. Da hab ich’s aber nicht lange drauf ausgehalten - gerade mal fuenf Sekunden. Weiter ging’s dann zum Peitschen. Das hat einigermassen geklappt - wenn auch nicht allzu laut, da es kleine Peitschen waren. Nach ein paar Bier dann todmuede Richtung Bett. Krasse Viecher hatte es da. Insekten, Riesen-Froesche, Echsen, Spinnen. Gut, dass ich keine Schlange gesehen hab. Ist halt schon ganz anders als zu Hause. Vor allem, wenn es keine richtigen Waende gibt, und die Tiere alle schoen reinkommen koennen…
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Februar 3rd, 2007 von
Stefan Gassner
Heute soll’s ja weitergehen. Von Hervey Bay nach Kroombit. Also, bin ich, deutsch wie ich bin, zehn Minuten vor der Abfahrt (es war nicht ganz klar, ob 7 Uhr oder 7.30 Uhr) am Pick-Up Point gewesen. Nur sonst niemand. Hmm, komisch, nach 30 Minuten immer noch kein Bus. Dann auf dem Handy gesehen, dass mich gestern Adventure Tours erreichen wollte. Mir schwante Uebles. Ein Anruf bestaetigt es: Ich muss noch ein Tag im “f*** boring” Hervey Bay verbringen - die Ueberschwemmungen durch den Monsunregen nach Airlie Beach machten eine Weiterreise nicht moeglich. “Morgen vielleicht”, habe ich mir sagen lassen.
Da ich den Tag dann einfach todgeschlagen habe, hier ein anderes Thema: Backpacker.
Sie sind typischerweise zwischen 20 und 35. Manche aber auch 60. Meist englischsprachig (Canada, UK, Irland). Ich wuerde sagen, dass 70 Prozent weiblich sind. Gerade diese treten dann in kleinen Gruppen von zwei bis drei auf.
Viele von ihnen haben gerade entweder die Beziehung oder den Job verloren. Sie mussten irgendwie raus aus dem Alltag (es gibt zwar auch paar Paare, doch die belegen dann immer Doppelzimmer und streiten sich typischerweise oft). Also, das sind keine Themen, auf die man sie anspricht.
Viele machen die schon beschriebene Weltreise. Einer der Busfahrer war ganze drei Jahre unterwegs. Krass. Typsich sind aber sechs bis neun Monate. Viele Arbeiten dann zwischendurch irgendwas, damit sie den Trip weiterfinanzieren koennen. Alle Backpacker sind dem Alkohol sehr zugeneigt - wer kein absolutes Party-Animal ist, hat’s nicht ganz so leicht, Kontakt zu finden.
Sind deutsch-sprachige Backpacker unterwegs, merkt man das relativ schnell an deren Sprache. Es gibt relativ viele Deutsche hier. Dann noch Schweizer - die machen typischerweise ne Sprachschule und dann ne Tour.
Ich lass die Liste mal offen, vielleicht kommen noch weitere Beschreibungen hinzu.
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Februar 2nd, 2007 von
Stefan Gassner
Heute ist dann schon der letzte Tag auf Fraser Island angebrochen. Als ich gegen sechs mal kurz aus dem Zelt gekrochen kam, um in der Buesche zu gehen, sah ich ein Dingo im Camp. Gluecklicherweise konnte ich nochmals zum Zelt zurueck um den Reissverschluss zu schliessen, sonst waere das Vieh wohl rein und haette den anderen einen unangenehmen Morgen beschert (Dingos sind echt gefaehrlich, obwohl sie harmlos wie ein Hund aussehen).
Gegen elf sind wir dann zur Central Station gefahren, damit man Toiletten benutzen und frisches Wasser tanken konnte. Danach noch zwei Stunden Lake McKenzie. Wieder gebadet und gechillt.
Wir mussten um vier auf die Faehre zurueck. Theresia fuhr. Wieder mal wie eine Verrueckte. Ich sass mit Johonno ganz hinten an der Tuer. Schon die ganze Zeit waren die Huegel der Strasse kaum auszuhalten. Uns schuettelte es kraeftig durch. Dann ploetzlich ein enormer Ruck. Kaum zehn Minuten von Kingfisher Bay Resort entfernt - die letzten Meter bis zur Fahre. Ich mit dem Genick gegen die Decke und nach vorne geflogen (aber nichts passiert!), Johnno mit dem Fuss gegen die Verkleidung der Tuer. Diese wurde total deformiert - das kostete uns die hinterlegte Kaution von insgesammt 500 AUD. Toll. Aber wenigstens alle ohne Schaden davongekommen.
Nur Theresia hatte kein Problem mit dem Ganzen. Schliesslich denkt sie sie haette alles richtig gemacht (obwohl ihr alle sagten, sie soll langsam ueber die Huegel fahren). Dumme Kuh, wenigstens entschuldigen haette sie sich koennen. Ich sage ja, komische Leute, die Englaender. Kein Anstand.
Dann also unversehrt wieder zurueck nach Harvey Bay und morgen Richtung Krombit. Hoffentlich zumindest, denn ich habe von Ueberflutungen gehoert, die wohl das Weiterkommen nicht gerade vereinfachen. Mal abwarten. Heute Abend werde ich mich jedenfalls erstmal ausruhen.
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